Jakobsweg: Hechingen - Burladingen - "Die zweite Chance"

Bei meiner letzten Tour hatte sich diese Etappe von einer sehr nassen Seite gezeigt und vom Weg abgekommen war ich auch mehrmals. Doch ich bin ja nicht nachtragend und hatte beim letzten Mal schon versprochen wiederzukommen. Heute war es soweit!

Gemeinsam mit einer lieben Freundin starteten wir in Schlatt (Hechingen) und hielten ganz genau Ausschau nach den Muschelzeichen. Lachen musste ich das erste Mal, als wir innerhalb von ca. 20 Minuten ein Stück Weg zurückgelegt hatten, für welches ich beim letzten Mal knapp zwei Stunden gebraucht hatte. Der Grund war mir bereits klar:

 

Ich hatte von einer Bekannten erfahren, dass es "nach Jungingen" steil bergan gänge. In meiner Welt bedeutete "nach Jungingen" auf dem "Weg nach Jungingen". Somit achtete ich nicht mehr zu genau auf die Zeichen und bestieg den nächsten Hügel.

 

Heute weiß ich um diese Tücke der Kommunikation und was sie mit "nach Jungingen" meinte - nämlich durch die Ortschaft durch und hinter ihr geht es später bergan. Dies stand für uns also heute auf dem Plan.

 

In der St. Silvester Kirche von Jungingen hatten wir eine nette Begegnung mit Horst - dem 1. Vorsitzenden der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft. Auch im weiteren Verlauf - an der Weggabelung, an welcher man sich entscheiden muss, ob man den Umweg über Ringingen oder direkt über Starzeln geht - wurden wir angesprochen. Die Frage, ob wir einen Stempel in unsere Credencial wöllten, bejahten wir natürlich und so kehrten wir bei einem weiteren Mitgliedsehepaar der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft ein, tauschten uns über den Weg aus und genossen selbstgemachten Saft sowie Likör ;-) Auf ihren Rat hin, entschieden wir uns für den direkten Weg nach Burladingen, da die Aussicht uns verwöhnen sollte. Und das tat sie. Wir picknickten an einer wunderschönen Blumenwiese mit Blick auf das Starzeltal.

 

Trotz unseres regen Austauschs oder mancher würde es auch "Geschnatter" nennen, legten wir einige zusätzliche Bewegungsübungen ein, achteten ganz gezielt auf die Muschelzeichen, sogen die Düfte von Wald und Wiesen ein, hinterfragten den ein oder anderen Glaubenssatz und tüftelten an Ideen für neue Businesses.

 

Und genau so soll es auf meinen Touren sein:

  • Es gibt Begegnungen mit interessanten Leuten.
  • Wir erleben durch sie erweitere Perspektiven.
  • Wir genießen den Augenblick.
  • Wir bewegen uns achtsam durch die Natur.
  • Wir schätzen jede Minute ohne Regen (o.k. das lässt sich auch noch steigern in - "Wir genießen jeden Sonnenstrahl", doch heute waren wir schon mit purer Trockenheit glücklich)
  • Wir nutzen den "freien Kopf" für kreative neue Ideen.
  • Wir nutzen die gemeinsame Zeit zum Reflektieren, Hinterfragen und Erkennen.
  • Wir lernen aus den Erfahrungen der anderen und erweitern so unsere Welt.

Ich freue mich auf die nächste Etappe und danke der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft für die grandiose Pilgerbetreuung!

 

Seien Sie dabei, wenn ich diese Etappe in meinem offiziellen Programm erneut gehe - es ist eine tolle Möglichkeit innenzuhalten und auf die eigenen Bedürfnisse zu lauschen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Annemarie (Sonntag, 19 Juni 2016 21:39)

    Liebe Susi,
    vielen lieben Dank für die wunderbare Zeit im Grünen - für die tollen Gespräche, die professionellen Tipps, den Austausch. Es war für mich ein tolles Wochenende.
    Du bist super!
    Alles Liebe,
    Annemarie