Caminho Portugues da Costa - 4. Pilgertag (30 km)

Tag 4: Caminha - Valenca

 

30 km - Wunderschöne Landschaft, bergige Ortschaften und Kilometer lang statt Caminho und Minho

 

Große Freude unterwegs und bei der Ankunft

Aufbruch im Morgengrauen

 

Heute schaffe ich es endlich einmal bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein. Ich breche auf und werde mit wunderschöner Sicht auf den Rio Minho belohnt. Heute vertraue ich meiner Orientierung und freue mich über jeden gelben Pfeil, der auf meinem Weg auftaucht. Nicht weit und ich komme schon auf den roten Weg am Minho entlang. Es fühlt sich so heimelig an und wie es das Schicksal will, komme ich an einer Villa vorbei mit Blick auf den Minho und zum Verkauf stehend. Ich beschließe dennoch kein Foto zu machen und behalte sie als Traum im Kopf :-)

 

Als der Weg am Fluss unterbrochen ist, folge ich den Pfeilen wieder hinauf in die Berge. Nach einem steilen Anstieg komme ich an einer Panadería an und gönne mir ein gemütliches portugiesisches Frühstück.

 

Begegnung mit Freu(n)den

 

Beim erneuten Start treffe ich zwei Bekannte wieder und wir gehen gemeinsam den Weg und genießen die Aussicht. Wir unterhalten uns und ich erfahre von meinem amerikanischen Mitpilger seine Lebensgeschichte. Er hatte vor einigen Jahren nach einem Sabbtical beschlossen nie wieder in eine Festanstellung zu gehen und verdient sich nun mit Jobs und Selbstständigkeit seinen Lebensunterhalt. Der Funke kann gern noch weiter zu mir überspringen. Die Gespräche sind spannend und wir freuen uns auch über unsere Spanischkenntnisse. Jeder wirft in den Ring, was er weiß und wir haben viel Spaß. Dann entdecken wir auf einem Hügel ein Gebilde, das aussieht, wie eine Bergziege. Doch geschuldet der Entfernung müsste diese immens groß sein. Wer weiß, was das ist... Große Freude bereitet uns ein Feigenbaum :-)

 

Ich reflektiere über meine Pilgerbekanntschaften und stelle fest, dass es anders ist, als im letzten Jahr. Damals bin ich 10 Tage durchgelaufen. So hatte sich eine Gemeinschaft gebildet, die sich immer wieder getroffen hat. Dieses Mal gehe ich nur 4 Tage und habe auch noch einen Pausentag gemacht. Somit habe ich verschiedenste Leute kennengelernt, doch diese Gemeinschaft hat sich nicht so ergeben.

 

Von der Häkelstadt auf den roten "Teppich"

 

Auf halber Strecke komme ich in Vila Nova de Cerveira an und verlasse meine Mitpilger., weil ich nun endlich wieder an den Minho möchte. Ich tausche also den CaMinho gegen den Minho. Die komplette Innenstadt ist eingehäkelt. Es sieht witzig aus. Und die "Bergziege" entpuppt sich als Hirsch.

 

Meiner Intuition folgend finde ich den Weg an den Minho zurück und nun beginnt mein Traumweg. Ich gehe Kilometer weit am Fluss entlang und genieße Natur pur. Immer wieder lege ich eine Pause ein, nasche am Mais und beobachte die Möwen. Ca. 5 Kilometer vor Valenca begegnet mir die Slowenin wieder. Wir lachen, weil sie mir entgegen kommt. Sie dreht also mit mir wieder um und wir gehen gemeinsam weiter. In einer kleinen Bar treffe ich die ersten deutschen Pilger und nach nur wenigen Schritten kommen wir in der Herberge an. Es ist inzwischen schon nach 15:00 Uhr und gaaaanz schön warm.

 

Ankommen bei der schönsten Aussicht

 

Nach dem Duschen breche ich sofort wieder auf und gehe auf die Burg. Außerdem steht Souvenir-Shopping auf dem Plan. Dazu komme ich allerdings kaum, denn ich bleibe auf der Mauer sitzen und genieße die Aussicht. Es ist warm, ich bin am Ziel und es ist einfach nur traumhaft.

 

Im Supermarkt kaufe ich etwas zum Abendessen und schlemme Käse, Weintrauben und Brot - typisch Portugiesisch. Ausklingen lasse ich meinen Abend und Urlaub bei einem Glas Wein und mit Pilgern. Auf einmal sind alle Deutschen in der Herberge hier. Es ist ein Spaß und die perfekte Gemeinschaft zum Abschließen meiner Pilgerreise.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    hugo (Mittwoch, 22 März 2017 14:07)

    www..caminhoportuguesdacosta.pt