Mein Zelt = mein Schlafzimmer: Spinnt die?

Und wo schläfst du?

 

Diese Frage bekomme ich von meinen AirBnB Gästen häufiger gestellt, nachdem ich ihnen die Wohnung und ihr Zimmer gezeigt habe.

 

Meine Antwort: "Auf dem Balkon"...

Warum ich auf dem Balkon schlafe

 

Dass ich die Natur liebe, hast du sicherlich schon mitbekommen. Da ich bei meiner Noch-Arbeit ausschließlich drinnen bin, in klimatisierten Räumen mit künstlichem Licht und manchmal sogar ohne einen möglichen Blick nach draußen, hole ich mir wenigstens nachts meine Dosis Natur und Sauerstoff ab.

 

In lauen Sommernächten lasse ich sogar bei vorhergesagten 0 % Regenwahrscheinlichkeit das Zelt offen und schlafe mit Blick in den Sternenhimmel ein und erwache mit Blick in Blau-Grün-Weiß bei Vogelgezwitscher.

 

Liege ich auf dem Rücken, ist das (Bild) mein Ausblick. Ist das nicht phantastisch? Wenn ich am Morgen aufwache, ist meine erste Handlung, das Zelt zu öffnen - ok, vorausgesetzt es regnet nicht. Beim Blick in die Bäume denke ich über meine Träume und den anbrechenden Tag nach. Dies ist meine Art der morgendlichen Meditation.

 

Auch das Aufwachen bei Regen ist wunderbar - dieses gemütliche Geräusch... Das kann ich jetzt sagen, seitdem ich in meinem doppelwandigen Wurfzelt von Quechua* schlafe ;-)

 

Das Besondere beim Zelten auf dem Balkon

 

Im Vergleich zum Zelten auf dem Campingplatz, ist es auf dem Balkon nicht möglich ein Zelt aufzubauen, welches mit Schnüren gespannt werden muss. Heringe in den Balkonboden gehen einfach nicht rein ;-) Daher kam für mich nur ein Wurfzelt in Frage. Meine frühere Billig-Version für 10 € hat mir eine ereignisreiche Nacht beschert und landete dann auf dem Müll.

 

Was war passiert? Es fing an zu regnen. Soweit nicht schlimm. Ich lauschte den Tropfen auf dem Zelt und fand es wahnsinnig gemütlich. Mit dem ersten Tropfen in meinem Gesicht kroch der Gedanke in mir hoch, ob denn mein Zelt womöglich nicht wasserdicht sei. Als sich die Tropfen häuften, zog ich dann doch nach drinnen. Der Anblick des Inneren meines Zeltes am nächsten Morgen bestätigte mir, dass dies die richtige Entscheidung war - alles schwamm.

 

Also begann ich meine Nachforschungen und stieß auf eben dieses grüne Quechua Wurfzelt für eine Person (gibt es auch größer, doch das gibt mein Balkon nicht her). Dieses hat ein Innen- und Außenzelt und sogar zwei kleine eingenähte Taschen, die mir als Nachttisch dienen. Und dieses Zelt ist wasserdicht!

 

Soooo gemütlich

 

Für dich ist das Schlafen auf der Isomatte deine grausamste Ferienlagererinnerung?

 

Für mich ist es ein Traum. Auch hier habe ich ein paar Euros mehr in die Hand genommen und mir eine selbstaufblasende Matte* gekauft.

 

Darauf folgen je nach Jahreszeit in unterschiedlicher Reihenfolge mein Schlafsack und ein Bettlaken. Im Sommer macht der Schlafsack die Unterlage weicher und in der kühleren Zeit krabble ich natürlich in den Schlafsack rein. Das Besondere an diesem Schlafsack ist seine Deckenform und der großzügige Schnitt. Somit raschelt nichts und ich habe auch genügend Platz. Im Winter folgt dann meine Federbettdecke und natürlich ein Kopfkissen.

 

So eingepackt waren auch die letzten Nächte mit Null Grad gemütlich.

 

Tipps & Tricks

 

Natürlich kostet es Überwindung im Schlafanzug aus dem warmen Wohnzimmer in die kalte Nacht hinaus zu treten.

 

Daher verrate ich dir ein paar Tricks. Von oben nach unten:

 

Was natürlich immer aus Decke und Schlafsack raus schaut sind Hals und Kopf. Bis zur Mütze bin ich noch nicht vorgedrungen, doch habe ich immer einen kuscheligen Schal um den Hals. Dann nehme ich ein schönes warmes Kirschkernkissen mit und an den Füßen habe ich die Kuschelsocken. Sonst trage ich einen normalen Schlafanzug, also keine besonders dicken Outdoor-Sachen. Das Kirschkernkissen wandert zuerst einmal von oben nach unten und wenn jeder Bereich im Schlafsack eine gewisse Grundwärme hat, dann bleibt es auf meinem Bauch liegen.

 

Im Sommer reduziert sich das alles natürlich je nach Temperatur.

 

Durch die Körperwärme bildet sich über Nacht Kondenswasser an den Innenwänden des Zeltes und je kühler es draußen wird, legt sich dieses auch auf die Decke. Daher ist Lüften enorm wichtig - wie du auf diesem Bild sehen kannst.

 

Die Badeschlappen sind übrigens meine "Zum-Bett-Geh-Schuhe". Sie ziehe ich nur auf dem Balkon an um meine Wohnung sauber zu halten. Nachts stehen sie zwischen Innen- und Außenzelt. Somit komme ich selbst, wenn es zu regnen beginnt, immer trockenen Fußes wieder zurück in die Wohnung.

 

Ein Trick noch, der gar nichts mit dem Schlafen auf dem Balkon zu tun hat: Als wir im April den Boden meines Schlafzimmers erneuert haben und meine kompletten Kleiderschränke ausgeräumt werden mussten, diente das Zelt auf dem Balkon als Außenlager. Keine Klamotten lagen in der Wohnung im Weg und staubten beim Laminatschneiden ein. Sie waren wasser- und schmutzsicher in meinem Zelt aufbewahrt.

 

Du wirst noch krank!

 

Wie oft darf ich mir das gerade jetzt im Herbst anhören. In dieser Woche, als ich vom Pilgern zurück zu Hause ankam und meine eigenen 4 Wände noch mehr schätzte, habe ich zwei Nächte drinnen geschlafen. Am zweiten Morgen wachte ich mit Halsschmerzen auf, obwohl ich das Fenster wegen der Kälte zugemacht hatte.

 

Die Nächte darauf schlief ich wieder im Zelt. Die Halsschmerzen und der anklingende Schnupfen waren ja nun einmal da - egal, dachte ich also. Und heute nach drei Nächten schön eingepackt an der frischen Luft sind alle Erkältungsanzeichen wie weggeblasen.

 

Probiere es doch auch einmal aus und berichte darüber!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jana (Mittwoch, 19 Oktober 2016 21:49)

    Hi Susi,

    was für eine famose Idee! Einfach auf dem Balkon zelten und die Natur wieder ein Stück nach Hause holen. Genial! Muss ich ausprobieren, werde ich ausprobieren.

    Deine Stimmung, die Du beschreibst, tagtäglich im Büro zu sitzen, die kenne ich. Ich sehe mich noch, wie ich immer sehnsüchtig aus dem Fenster geschaut habe. Immer in dem Wunsch, jeztzt gerne Natur und Landschaft unter die Füsse nehmen zu wollen.

    Das Zelt auf dem Balkon, einfach originell!

    Fussige Grüsse, Jana



  • #2

    Camping Guru (Mittwoch, 12 April 2017 18:08)

    Sehr schön das heimische mit der Natur kombiniert.. Cool!