Selbstständig: Und nun???

So viele liebe Glückwünsche haben mich erreicht, als ich auf meinem privaten Facebook Profil das Lebensereignis "Start in die Selbstständigkeit"

veröffentlicht habe. Innerhalb eines Tages über 120 Likes und 45 Kommentare. Wahnsinn!!! Davon träumt meine Fanpage noch ;-)

Eine Woche ist nun vergangen und es ist viel passiert, ich habe Höhen und Tiefen durchlaufen und einen Haufen Gedanken gewälzt, die ich gern mit dir teilen möchte.

 

Fangen wir mit dem Montag an:

 

Ich wache nach einem intensiven DVNLP Kongress Wochenende in Berlin im Hostel auf – 8 Bett-Zimmer mit ausschließlich männlichen Mitbewohnern. Ok, damit habe ich inzwischen kein Thema mehr, so lange sie nicht schnarchen ;-)

 

Meine erste Mission heißt: Gesund in den Tag starten – ab zu dem am Vorabend entdeckten Smoothie-Shop. Leider entpuppt der sich als Mittagsimbiss und ist geschlossen. So bahne ich mir meinen Weg durch die Berliner Straßen mit einem Interview von Christina Emmer auf den Ohren aus dem „Dein erster Online Kongress“* Kongress. Mein Ziel ist das betahaus – ein Coworking Space mit Café. Es ist ein schöner Spaziergang und ich denke so darüber nach, wie schön es ist, am Morgen ein längeres Stück an der frischen Luft zu laufen. Das sollte ich in meinen neuen Tagesablauf unbedingt integrieren!

 

Im betahaus angekommen, gönne ich mir ein Frühstück, zu einem Preis, bei dem ich schon schlucken muss. Später realisiere ich, dass ich in keinem anderen Café wohl Stunden lange hätte sitzen können, ohne weiteres zu bestellen. Im Preis des Essens ist also ein Anteil "Miete" enthalten. Ein schönes Plätzchen ist schnell gefunden und so lasse ich mich mit meinem Laptop nieder. Es ist hier so normal zu essen und zu arbeiten. In den nächsten Stunden füllt es sich und verschiedene Projektgruppen und Einzelkämpfer starten in ihren Arbeitstag. Der Spirit gefällt mir.

 

Jedoch stehe ich nun vor der Frage: „Womit fange ich meine Selbstständigkeit an?“ Was ich gut kann, ist organisieren und so flüchte ich mich hier hinein. Ich richte mir trello ein, eine webbasierte Projektmanagement-Software. Klingt komplex, ist es aber nicht. Das lerne ich ganz schnell aus verschiedenen Tutorials auf YouTube. Während ich diese so schaue, wird mir meine veränderte Einstellung zu neuen Programmen bewusst. Ich schaue einige Videos und lege dann los. „Früher“ habe ich rumprobiert. Was hat sich da geändert? Bin ich faul geworden? Oder nutze ich meine Zeit sinnvoller indem ich mir Hilfe hole? Das erinnert mich an einen anderen Blog-Beitrag, den ich vor einer Weile zur Blog-Parade von Nadja Foster geschrieben habe…

 

Doch zurück zu trello. Ich pflege alle Ideen und To Do's aus dem Kongress ein und arbeite einiges ab – den Punkt Versicherungen zum Beispiel. Gegen Nachmittag schaffe ich es dann tatsächlich doch noch einen Mehrwert für meine Fans zu schaffen und verschicke einen Newsletter. Das Feedback darauf haut mich um. Eine Anmeldung zu meinem Online Grünkraft-Zirkel und folgende Worte: „Wow Susi, dein Newsletter ist der Hammer. Super Inhalt, toll aufgebaut, schön gestaltet und powervoll! Cool, welche Kraft und Inspiration in dir steckt.“ Balsam auf meine aufgewühlte Seele! Danke dafür!!!

 

Gegen das Fehlen von warmen menschlichen Kontakten spaziere ich zur Geschäftsstelle des DVNLP, wo ich mit Freude begrüßt werde und knapp eine Stunde in einen konstruktiven Austausch mit dem Geschäftsführer verfalle, wie wir den Verband für Mitglieder attraktiver machen können.

 

In der Zwischenzeit hat es zu regnen begonnen. So leihe ich mir für den Rückweg einen Schirm und kehre zu meinem Hostel zurück, wo ich den Abend wieder online verbringe. Unterwegs kaufe ich mir endlich den Smoothie, den ich schon seit dem Frühstück trinken will UND meine mega coolen Kopfhörer*, die von nun an auf vielen Fotos von mir in der Natur zu sehen sein werden. A) wärmen sie meine Ohren und B) lassen sich Podcasts viel besser hören, als mit den sich ständig verfitzenden Handy-Kopfhörern.

 

Dienstag, ein Tag in Berlin:

 

Früh wache ich auf, denn ein besonderer Tag liegt vor mir: ich treffe eine Abi-Freundin, die ich Jaaaaahre nicht gesehen habe. So packe ich meinen großartigen kleinen Koffer, den ich auch als Rucksack tragen kann und marschiere los, Richtung Neukölln. Unterwegs gebe ich in der Geschäftsstelle den Schirm wieder ab, treffe noch einmal auf Freundlichkeit und Herzlichkeit und folge dem "Kanal" entlang bis Neukölln. Es ist so schön, dass ich unterwegs meine Verabredung verschieben muss, denn ich möchte diese magische Umgebung aus Wasser, buntem Herbstlaub und dem Podcast auf meinen Ohren um nichts in der Welt beschleunigen. Möglicherweise liegt das auch genau an dem Interview zwischen Marcus Meurer und Laura Seiler, dass ich gerade höre, denn es geht um Achtsamkeit und Selbstfürsorge.

 

Mit meiner Freundin verbringe ich dann einen wunderschönen Tag, hauptsächlich indem wir durch ihren Kiez schlendern. Es regnet inzwischen wieder, doch das macht überhaupt nichts. Wir schlemmen Kaffee und Kuchen, auf einem internationalen Markt ein Fladenbrot mit Lammwürstchen und Granatapfel, kaufen einen Schmetterlings-Knopf für meine Winterjacke und tauschen uns über unsere letzten Jahre und unsere Einstellung zum Leben aus. Es ist, als hätten wir uns erst gestern gesehen – so vertraut.

 

Am Nachmittag fahre ich zurück zum Flughafen Tegel und fliege mit meinem Strauß voller Eindrücke und Gefühle zurück nach Stuttgart. Ich merke wieder einmal, wie schnell ich mich an liebe Menschen um mich herum gewöhne und wie sehr sie mir fehlen, wenn wir auseinander gehen. Das Kongresswochenende war voller Emotionen aus Abschied, Kennenlernen, Wiedersehen, Erkenntnis und Selbststärkung. Berlin selbst mit der Coworking Szene gab mir den Spirit für mein Vorhaben und das Wiedersehen mit meiner Freundin Wärme und Vertrauen.

 

Mittwoch, der 1. Tag im Home Office:

 

Und wieder die Frage: wo starten?

 

Und wieder ist die Antwort: Flucht!

 

Kehrwoche, Wäsche waschen, Radwechsel, Einkaufen, Post, Kopierpapier kaufen, Buchhaltung...

 

Alles Dinge, die natürlich gemacht werden müssen, doch kein Geld bringen und auch meinem Business null Aufschwung geben.

 

Erst das Treffen am Nachmittag mit einem Freund, den ich einmal gecoacht hatte und der danach sein berufliches Leben radikal verändert hat, gibt mir wieder Schwung. Er erzählt über seine Projekte, dass er demnächst nach Florenz fährt und auf Messen gehen wird. Da ist sie wieder da, die Abenteurerin in mir. Nach Florenz würde ich total gern mitfahren und auf einen Promojob auf Messe hätte ich auch Lust. Mal schauen, was sich aus diesem Wiedersehen ergibt. Ich vertraue in das, was kommen wird...

 

Donnerstag, back to where I came from:

 

Mein erster Tag als Beraterin in meiner alten Firma steht an. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich tatsächlich anders anfühlt, als vorher. Ich kehre an den Platz zurück, dem ich per Entschluss im Juli den Rücken kehren wollte – 100 %. Und nun bin ich wieder da. Es hat mir den Abschied erleichtert, da es ja keiner war, doch ich frage mich immer wieder: „Tue ich das Richtige?“ Sicher ist, ich verdiene Geld, welches mich ernähren wird und ich habe Zeit für mein Business. Klingt ideal. Dennoch, ich kann nicht 100 % meiner Aufmerksamkeit auf MEINE Projekte richten. Dafür MUSS ich nicht so schnell wie möglich mit MEINEN Projekten Geld verdienen. Ich möchte mich darüber freuen!

 

Den ersten Schritt zu dieser Strategie bildet meine neue Morgenroutine. Ich starte nun mit dem 7am Club in den Tag – ein Webinar mit Meditation, Dankbarkeitsaufgaben und Erfolgsfokussierung. Das tut mir gut. Ich wache auf, kurz vor 7, kuschel mich noch einmal schön in mein Zelt und bin bei den Übungen. Das ist ein wundervoller Start in den Tag.

 

Meinen ersten Arbeitstag als Beraterin lasse ich bei Sushi mit einem Freund ausklingen.

 

Freitag, so gefällt mir das schon besser:

 

Nach dem 7am Club springe ich in die Dusche und mache mich kameratauglich, denn ich bin zu einem Zoom Call verabredet. Ich kenne Zoom nicht und so teste ich 20 Minuten vor der vereinbarten Zeit die Technik. Witzig ist, dass es meine Gesprächspartnerin mir gleich tut und so sind wir beide überrascht, als der Videotest auf einmal das Gesicht der anderen schon zeigt. So schnell geht’s und wir stolpern ins Gespräch. Ich bin gespannt, ob sich eine Kooperation ergeben wird.

 

Direkt im Abschluss schnell frühstücken und zurück an den Rechner – ein Webinar zum Thema Facebook Werbung steht an. Dies ist einer meiner ersten Punkte auf meiner trello To Do Liste. Viel Input, ein unwiderstehliches Onlinekurs-Angebot im Anschluss und doch teste ich mit meinem neuen Wissen erst einmal ohne Kurs.

 

Die erste Werbung geht schnell online mit einem Euro Budget pro Tag und bringt mir inzwischen die ersten neuen Fans. Ich bin sowieso fasziniert, dass ich seit meiner innerlichen Feier meiner ersten 300 Fans inzwischen 15 % mehr Fans habe und das nicht nur durch die Werbung. Ein Marketingplan muss dennoch her, doch wohl nicht mehr in dieser Woche, denn ich bin zu einem Seminar angemeldet, welches heute Abend startet.

 

So denke ich, bis mich die E-mail mit der Verschiebung erreicht. Der Koffer ist gepackt, denke ich, so könnte ich doch alternativ woanders hinfahren… Doch dann entschließe ich mich daheim zu bleiben, schließlich habe ich noch nicht wirklich viel für mein Business gemacht in dieser Woche.

 

Freude bereitet mir die Ankündigung, dass das Coworking Space in Herrenberg nun angemietet ist und das Herrichten beginnen kann. Denn schon die zwei Tage, die ich auf meinen Schreibtisch gelümmelt bzw. mit dem Laptop auf dem Schoß auf meinem Sofa verbracht habe, zeigen mit, dass es das nicht auf Dauer ist.

 

Ich gehe früh schlafen, denn ein spontanes verrücktes Ereignis steht für morgen vor der Tür. Der Ton meines Handys bleibt heute Nacht an, denn es wird bald klingeln…

 

Samstag, yeahhh

 

06:00 Uhr kommt der erwartete Anruf. Ich krabbel aus meinem Zelt, packe mich warm ein und laufe zum vereinbarten Treffpunkt. Und dann kommt er, der LKW. Ich steige ein und stelle fest, dass ich viel zu viel anhabe. LKW??? Ja du liest richtig. Ich fahre mit einem Kollegen auf die Felder der Umgebung und wir laden Zuckerrüben. Er ist ein „Rübenkutscher“. Mein romantisches Bild vom Traktor, der über die Felder fährt und dem Bauern, der per Hand die geernteten Rüben verlädt um sie in die Fabrik zu bringen bröckelt immer mehr. Wir erreichen den ersten Haufen mit unserem schicken LKW und dort wartet die sogenannte „Maus“. Eine Maschine, die mit einer Art Teller unter den Rübenhaufen fährt und die Rüben über eine Förderstrecke in den Auflieger unseres LKW transportiert. Alle sitzen im Warmen, kein Schlamm kommt an die Klamotten und kein Regentropfen auf die Haut. Komfortabel. Die einzige, die draußen rumspringt bin ich. Denn ich will doch alles ganz genau sehen, fotografieren und filmen. Ich darf sogar auf den LKW klettern um zu sehen, wie die Rüben im Laderaum landen. Daraus entsteht also der Zucker, den wir im Supermarkt zu kaufen bekommen. Vielleicht hatte das BIZ vor 13 Jahren doch Recht, als bei meinem Berufstest herauskam, ich solle Agrarwirtschaft studieren ;-) Naja, vielleicht besser nicht, doch das Entdecker-Kind in mir hat große Freude.

 

So kommen die Rüben auf den LKW

 

Wieder daheim hat mich das Internet wieder. Interview zum Hören hier und Facebook da. Ich komme einfach nicht weiter. Da ich mich jedoch inzwischen kenne, ziehe ich meine Regenjacke an, nehme meinen Sonnenblumenschirm und gehe raus. Sch… auf graues Novemberwetter. Draußen kommen meine Ideen, meine Kreativität und mein Tatendrang wieder, dass weiß ich!

 

Kaum draußen klingelt mein Telefon und ich kehre zurück nach Hause. Ich bekomme Besuch vom Vorstand der Ortsgruppe des Albvereins, in welchen ich Mitte des Jahres eingetreten bin. Wir besprechen meine Wanderungen für das nächste Jahr und auch wieder seinen Wunsch, dass ich mich in den Vorstand wählen lasse. Lust habe ich schon… Im Januar mehr dazu!

 

Den Abend verbringe ich wieder online und bemerke zum ersten Mal, wie viele Dinge ich parallel mache. Wach rüttelt mich ein Blogbeitrag zum Thema Achtsamkeit. Sofort fokussiere ich mich nur noch auf eins – nämlich auf das Lesen und schalte alle anderen Kanäle ab. Das tut gut!!!

 

Frühes Aufstehen erfordert heute frühes Schlafen gehen.

 

Sonntag, Pause?

 

Diese Frage beschäftigt mich und wird verstärkt, als ich gefragt werde, ob ich denn niemals frei habe. Jetzt, da ich in der Woche mehr Zeit für meine Projekte habe, stellt sich die Frage schon, ob es nicht wenigstens einen Tag in der Woche geben sollte, der nur zum Erholen da ist. Aktuell kann ich mir das nur schwer vorstellen und beschließe, dass diese Pausentage von ganz allein kommen werden. Dienstag war schließlich auch so ein Tag. Wer sagt denn, dass immer Sonntag der Tag der Ruhe sein muss?

 

Heute beschäftige ich mich mit einem neuen online Tool: Buffer. Gestern habe ich einige Post Planner inspiziert und mich mit anderen ausgetauscht (Facebook Gruppen sind großartig!) und heute starte ich durch. Ich gewinne richtig Freude daran und plane für die DVNLP Regionalgruppe Posts bis Ende Dezember. So easy!!! Ich freue mich schon auf das Feedback!

 

Natürlich gibt es auch heute wieder Online Kongress Interviews, doch auch eine längere Kochsession und einen Spaziergang – sogar ohne Regen :-)

 

Nach diesem Blog-Beitrag schalte ich den Laptop für diese Woche aus und freue mich auf einen klassischen Sonntagabend mit Tatort!

 

Wichtigste Aufgabe für die kommende Woche:

 

Frage beantworten, ob ich einen strukturierten Tagesablauf brauche oder nicht. Wenn es das Treiben lassen sein soll, dann dazu den Entschluss fassen und aufhören zu Grübeln!!!

 

Hast du dazu einen Tipp für mich? Lass ihn mir gern in den Kommentaren da! Danke schon einmal vorab!!!

 

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