Wie mich die Frage: „Bist du ein Backpacker?“ zum Nachdenken brachte

Backpacker, digitaler Nomade, Tourist, Reisende, Urlauber...

 

Was bin ich denn? Spannende Frage, der ich für diesen Blog-Beitrag nachging.

Gestern wurde ich von meinem Tuk-Tuk Fahrer unfreiwillig in eine staatliche Touri Info gebracht, die mir für meine Weiterreise Tourpakete verkaufen wollte. Als es um die Kategorie für meine Unterkunft ging, stellte mir der Berater die Frage, ob ich ein Backpacker sei. Danach sollte ich „eingruppiert“ werden.

 

Schwierige Frage, die mich dazu brachte einmal zu erforschen, wie sich Backpacker definiert.

 

Hier sind drei verschiedene Quellen:

Wikipedia

Ursprünglicher Gedanke:

  • Junge Menschen
  • Mit dem nötigsten Gepäck
  • Ohne klare Vorstellung der Unterkunftsmöglichkeiten
  • Möglichst preiswert
  • Abseits der sonstigen Unterkünfte der Pauschaltouristen
  • Enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung
  • Meist mehrere Reiseziele
  • Selbstbestimmtes Reisen

Heute:

  • Mutiert zum Massentourismus

 Cambridge Dictionary

  • Eine Person, die mit einem Rucksack reist.

Planet Backpack

  • Gehen auf längere Trips als der normale Touristen/Reisende
  • Limitiertes Budget, das für einen längeren Zeitraum ausreichen soll
  • Bevorzugen günstige Unterkünfte / Art der Verkehrsmittel
  • Lernen gern Locals und andere Reisende kennen
  • Individuell organisierte Reise und relativ flexibel unterwegs
  • Teilen gerne aktiv ihre Erfahrungen und Abenteuer mit anderen Reisenden
  • Reisen nicht-linear, d.h. sie haben keine Base von der aus sie ihre Trips starten
  • Reisen oft auch alleine
  • Besonderer Kick: reisen ohne Reiseführer

Was ich leider zusätzlich sehe:

  • Partystraßen mit viel Alkohol und Prostitution
  • Vor Ort gebuchte Touren – nahe am Pauschaltourismus
  • Abhaken der Sehenswürdigkeiten-Listen und weiter
  • Respektloser Umgang mit den Einheimischen sowie den Kulturgütern
  • Ernährung von westlichen (importierten) Produkten
  • Rücksichtsloses Verhalten in Unterkünften

Zum Backpacker im ursprünglichen Sinne zähle ich mich sehr gern, auch wenn ich mit einem Handgepäcksrucksack UND einer Multifunktionsreisetasche (Rollen und Rucksackriemen) reise.

  • Ich zähle mich auch mit 30 noch zu den jungen Menschen ;-)
  • Ich habe nur das geglaubt nötigste Gepäck dabei, wobei hier noch Luft zu weniger ist.
  • Ich buche meine Unterkunftsmöglichkeiten erst wenige Tage vorab über booking.com
  • Mein Tagesbudget liegt bei 20 €. In Bangkok passt dies knapp, doch in den nächsten Orten werden die Unterkünfte günstiger, sodass es passen sollte.
  • Ich suche Unterkünfte abseits der Massentourismusstraßen aus und gehe nicht in Hotels.
  • Gern halte ich einen Plausch mit der einheimischen Bevölkerung und mit anderen Reisenden. Allerdings mache ich einen großen Bogen um all diejenigen, die mir mit einer Dose Bier in der Hand entgegenkommen.
  • Ich kam mit zwei Reisezielen: Bangkok und Chiang Mai - alles Weitere ergibt sich nun durch Empfehlungen
  • Mit fünf Wochen bin ich länger unterwegs als „normale“ Urlauber.
  • Ich reise mit einheimischen Verkehrsmitteln bzw. mit Fernbussen und versuche das inländische Fliegen zu vermeiden.
  • Ich nutze die sozialen Medien für den Austausch mit anderen Reisenden und um mir Tipps zu holen.
  • Ich kenne meine nächsten Ziele nur grob. Täglich kommen neue Ideen dazu, die ich dann bezüglich ihrer Umsetzung online und im Gespräch erforsche.
  • Ich reise allein und ohne Reiseführer – vielleicht verpasse ich dadurch etwas, doch habe ich auch die Chance, die Dinge, die ich anschaue, im Hier und Jetzt zu genießen ohne lange Liste, was ich noch machen möchte!

Meine Beobachtungen, wie sich einige Backpacker leider im fremden Land benehmen, lassen mich Abstand halten, mich auch als Backpacker zu bezeichnen. Reisende gefällt mir sehr gut. Und ein weiterer Punkt, der mich enorm von den meisten anderen unterscheidet ist die Tatsache, dass ich von hier aus auch arbeite.

 

In den richtigen Rhythmus werde ich noch finden, doch dann verstehe ich mich als Arbeitende mit der Option in meiner Freizeit tolle exotische Orte zu entdecken oder einfach wie jetzt gerade im Park zu sitzen, die Wärme zu genießen und mir den erfrischenden Wind ins Gesicht wehen zu lassen.

 

Fazit: Ich bin kein moderner Backpacker, sondern eine ortsunabhängig arbeitende Reisende mit ursprünglicher Backpacker-Gesinnung ;-)

 

Übrigens habe ich kein Tourpaket gekauft!!!

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Kommentare: 1
  • #1

    Fanny (Samstag, 04 März 2017 12:54)

    Mache die Welt zu deinem Office :-)
    Und wie du schön festgestellt hast:
    Du bist einzigartig :-)