"Always look on the bright side of life" – WIRKLICH?

7 Schritte zum Wachstum mit negativen Situationen

 

 Dieser Blog-Beitrag gehört zur Blogparade Schlechte Situation mit gutem Ausgang  von Dario Reis .

Man kann sich das Leben auch schön reden! Diesen Vorwurf durfte ich mir schon das ein oder andere Mal anhören, wenn ich in einer negativen Situation das Positive gesehen habe. Und ich sage: JA, kann man unter der Voraussetzung, dass man die Augen vor den negativen Dingen nicht verschließt. Für mich ist jede negative Erfahrung inzwischen eine Chance zu wachsen.

 

Lass mich dir von meinen Reisekatastrophen der letzten Jahre erzählen. Sie so zu nennen fällt mir heute sehr schwer, doch damals haben sie mich schon geärgert.

  • 2014 verpasse ich meinen Flug nach Vietnam. Ich habe meine Zugfahrt mit Puffer geplant, doch dank Schneefall (am 26.12.!!!! – welch Überraschung) hat die Bahn solche Verspätung, dass ich es nicht mehr schaffe. Was also tun? Nach dem ersten Schock sammle ich mich und schaue, wann der nächste Flug geht. 750 € für einen neuen Flug belasten meine Reisekasse enorm, doch ich will unbedingt nach Vietnam. So buche ich neu und organisiere, dass mein Rückflug nicht verfällt. Ganz klar nehme ich mir für kommende Flüge vor mit sehr viel Pufferzeit zum Flughafen zu fahren. Die Reise kann ich dann umso mehr genießen und wider meiner Planung starte ich im sehr warmen Süden des Landes, statt direkt in Hanoi und ich komme in den Genuss des Services von Emirates sowie den Aufenthalt in Dubai. Über meine komplette Reise kannst du hier lesen.
  • 2015 - es geht wieder nach Vietnam und wie du dir denken kannst, reise ich 4 Stunden vor Abflug zum Flughafen. Alles läuft gut. Ich sitze in Stuttgart im ICE, der in einer Minute nach Frankfurt abfahren soll und realisiere, dass ich weder EC- noch Kreditkarte, noch genügend Bargeld für die Reise dabei habe. Schock!!! Ich packe meine Sachen und springe wieder aus dem Zug. Ich überlege, welche Optionen ich habe und entscheide mich für Heimfahren mit dem Taxi. Zum Glück ist Sonntag und wir sind in 30 Minuten wieder in Herrenberg, ich hole meine Karten und wir fahren zurück. Per App buche ich unterwegs mein Zugticket auf den nächsten Zug um und komme immer noch mehr als rechtzeitig in Frankfurt am Flughafen an. Mein Lehrgeld beträgt diese Mal „nur“ 150 €. Memo an mich selbst: Das wichtigste auf Reisen, dass ich fortan immer checke, ist der Reisepass, Geld, meine Brille und mein Handy. Alles andere kann ich kaufen!
  • Meine nächste Fernreise läuft gerade! Ich habe wieder mit Puffer die Bahn gebucht, alle wichtigen Utensilien mehrfach geprüft und eingepackt und nun sitze ich vollkommen entspannt in Thailand. Nichts scheint bis hierhin schief zu gehen. Ein wesentlicher Aspekt dieser Meinung ist allerdings auch, dass ich die Kleinigkeiten, über die ich mich ärgern könnte, hinwegsehe. Aktuell übernachte ich in einem Hostel mit mega tollem Ambiente. Es ist so schön, dass ich es einfach nicht beachte, dass mein Bettbezug sicherlich schon länger nicht gewaschen wurde und ich es vor Hitze ohne Klimaanlage in meinem Zimmer schön warm habe. Doch was soll es, mich darüber zu ärgern? Ich nutze einfach mein eigenes Kopfkissen und decke mich mit meinem Handtuch zu. Für meinen Schlafsack ist es einfach zu warm ;-) Hätte ich die beiden zuerst beschriebenen Erlebnisse nicht gehabt, sowie meine generelle Einstellung, meinen Fokus auf die schönen Dinge zu legen, dann würde ich das Hostel vermutlich anders bewerten. Doch ginge es mir dann besser? Ich glaube, nein ich weiß: NEIN!

Im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) nutzen wir Reframing als Methode negative Situationen anders zu betrachten und neue Perspektiven für schwierige Situationen zu erhalten. Dabei geht es nicht nur darum, die Dinge positiv zu sehen, sondern um eine Fülle an Wahlmöglichkeiten zu haben, wie man mit einer Situation umgehen möchte. Der Wortstamm Frame kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie Rahmen. Es geht also darum, den Situationen einen neuen Rahmen zu geben. So kann ein Verhalten, dass in einer Situation einschränkend ist, in einer anderen Situation dienlich sein. Ein gefühltes Defizit kann also so auch als Stärke betrachtet werden. Wichtig ist hier, dass die Situation, wo das Verhalten beeinträchtigt, auch betrachtet wird. So kann sie vermieden werden oder es können Strategien zur Optimierung erarbeitet werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Defizite auch wahrgenommen werden. Also nichts mit „Always look on the bright side of life“!

 

Ganz praktisch heißt das, ich sehe nicht über den schmuddeligen Bettbezug hinweg, sondern sorge dafür, dass ich es für mich gut habe. Dabei lege ich aber nicht den Fokus darauf, sondern auf das, was mir gut tut, nämlich das tolle Flair.

 

Meine Strategie zum Umgang mit negativen Erlebnissen habe ich dir hier noch einmal in 7 Schritten zusammengefasst:

  1. Negatives Ereignis erkennen und annehmen
  2. Durchatmen – Kopf in den Sand oder schlicht „Heulen“ bringt nichts
  3. Auswege erarbeiten
  4. Ausweg umsetzen
  5. Verbesserungsideen für die Vermeidung überlegen
  6. Verbesserungsideen umsetzen
  7. Wachstumschance sehen und dankbar dafür sein

Wichtig ist mir hier die Reihenfolge! Verbessere erst deine Situation und sehe danach die Wachstumschance. Dadurch vermeidest du die Kritik am positiven Denken, die meint, man könnte vergessen, dass man auch ins Handeln kommen sollte.

 

Welche Idee hast du zum Umgang mit negativen Erlebnissen und hat sich eine vermeintlich negative Situation in deinem Leben schon einmal zu einem positiven Ausgang entpuppt? Ich freue mich auf deine Berichte!

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Kommentare: 2
  • #1

    Frank (Mittwoch, 19 April 2017 21:28)

    Hallo, Susi,
    ich musste ein bisschen schmunzeln, weil mir bei meinen Reisen teilweise ganz ähnliche Dinge schon passiert sind.
    Interessant dabei ist ja immer wieder, dass jedesmal etwas anderes in dem Moment schief geht, wo wir eigentlich dem Ziel schon näher sind. Und dass es nie die perfekte Reise oder die perfekte Unternehmung gibt.
    Herzliche Grüße
    Frank.

  • #2

    energetischesheilen (Sonntag, 18 Juni 2017 14:23)

    Hallo Susi,
    meint der Satz in der Überschrift nicht eher, dass man die Aufmerksamkeit auf das Positive richten soll, und nicht, die anderen Seiten auszublenden sich das leben schön zu reden? Das sind ja grundsätzlich zwei verschiedene Sachen. Ich kenne das nur zu gut, wenn man die Aufmerksamkeit auf das Cchlechte richtet, passiert immer mehr davon. Aber das schließt nicht aus, wenn mal etwas schief geht, oder nicht so, wie man es nicht möchte - das passiert ja trotzdem - sich das anzusehen und entsprechend daraus zu lernen. Ich habe das schon oft erlebt, dass sich Situationen oder Erfahrungen im Nachhinein als gut und sinnvoll herausstellten, die ich vorher als einen "Schiefgang" interpretiert hatte. Meine Erfahrung ist, wirklich negativ läuft immer nur etwas, wenn ich mich an ein paar Regeln nicht gehalten habe, nämlich: 1. auf meine innere Stimme nicht gehört zu haben und 2. nicht present gewesen zu sein. Alles was wirklich jemals schief ging, lässt sich bei mir darauf zurückführen. (-;
    Liebe Grüße!